Entzündungen, ein Feuerwerk des Immunsystems

Läufer hält sich schmerzendes Knie

Wie chronische Entzündungen zum Killer werden

Jeder kennt es, jeder hat es schon gehabt: Entzündungen. Sie können an unterschiedlichen Stellen in verschiedenen Formen erscheinen und sind meist sehr unangenehm. In diesem Artikel wird es um die unterschiedlichen Arten von Entzündungen gehen (akut, chronisch und still), sowie deren Symptome. Dazu besprechen wir, was zu Entzündungen führt und was du selbst tun kannst, um sie zu vermeiden oder ihre Heilung zu beschleunigen. Wir klären außerdem, welche Ernährung Entzündungen fördert und welche Nahrungsmittel sie hemmen. 

Was ist eine Entzündung?

Entzündungen sind eine natürliche und wichtige Abwehrstrategie unseres Körpers und dienen dazu, ihn gesund zu halten. Entzündungen können unterschiedliche Auslöser haben, jedoch liegt immer ein Reiz vor, auf den der Körper reagiert. Dieser Reiz kann beispielsweise körperliche Anstrengung, ein Splitter, Bakterien bzw. Viren oder sogar Stress sein. Die Abwehrreaktion geht mit einem Lernverhalten einher, damit der Körper auf denselben Reiz zu einem späteren Zeitpunkt besser reagieren kann. Zunächst wird dein Körper durch das reaktive Entzündungsgeschehen jedoch geschwächt, da es lokal sehr viel Energie benötigt. 

Haben wir eine Entzündung, bewirken die Botenstoffe des Immunsystems eine Erweiterung der Blutgefäße. Das Gebiet wird stärker durchblutet, um es besser zu versorgen und Stoffwechselendprodukte abzutransportieren. Gleichzeitig werden die Gefäße durchlässiger, damit Blutplasma und Immunzellen ins Gewebe austreten können. Sobald eine Immunreaktion sich auf einen bestimmten Ort beschränkt, wird sie als Entzündung bezeichnet. Sie kann unsichtbar im Körper liegen (z.B. Gelenk, Organ, Muskel) oder oberflächlich und gut sichtbar außen (z.B. Pickel, Schwellung oder Herpes).

Unterschiedliche Arten von Entzündungen

Es wird zwischen akuten Entzündungen, chronischen Entzündungen und stillen Entzündungen (sog. Silent Inflammation) unterschieden. 

Eine akute Entzündung ist meist leicht zu erkennen. Sie ist der wichtige Schutzmechanismus des Körpers, mit dem er auf Reize reagiert (Quetschung, Bakterien, Fremdkörper, Allergene). Schwellung, Rötung und lokal erhöhte Temperatur sind Zeichen für den Heilungsprozess.

Die chronische Entzündung hingegen ist unterschwellig und häufig Folge einer Über- oder Fehlreaktion des Immunsystems. Sie kann mehrere Wochen, Monate oder sogar Jahre andauern. Die Symptome sind sehr viel diffuser und nicht klar abgrenzbar. Jedoch treten sie, meist in Schüben, immer wieder auf und äußern sich häufig durch Schmerzen. Die Diagnose ist dadurch komplexer und nicht unbedingt auf nur einen Bereich des Körpers beschränkt. Bei einer rheumatoiden Arthritis beispielsweise kann sich die Entzündung in jedem Gelenk bemerkbar machen und tritt somit nicht nur lokal auf. 

Stille Entzündungen verlaufen in der Regel ohne erkennbare Symptome, was sie so gefährlich macht. Es gibt keine Schmerzen, Rötung, Schwellung oder Wunde. Deswegen bleiben sie sehr häufig unerkannt und sind wie ein Schwelbrand, der langsam und stetig Schaden anrichtet und sich im Körper ausbreitet. Dabei beschädigt die stille Entzündung, auch Silent Inflammation genannt, Körperzellen, Gewebe und Organe. Sie beschäftigt konstant das Immunsystem und schwächt den gesamten Organismus.

Dadurch fördert sie die Entstehung und Ausbreitung anderer Krankheiten. Die stille Entzündung zeigt nur unspezifische und diffuse Symptome. Aus diesem Grund leben viele Menschen unbemerkt konstant mit einem Entzündungsgeschehen. Sie kennen den Zustand von „nicht entzündet“ nicht mehr, Entzündungen werden zur Gewohnheit und entsprechend ignoriert. Das kann fatale Folgen haben bis hin zu koronaren Herzerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall führen. 

Ursachen für Entzündungen

Da Entzündungen eine Abwehrreaktion des Körpers sind, können unterschiedliche Auslöser vorangehen.

Auslöser für akute Entzündungen

  • Fremdkörper, wie z.B. ein Splitter
  • Bakterien
  • Verletzungen
  • Überbeanspruchung
  • Mechanisches Einwirken von außen
Kind Verletzung am Finger bekommt Pflaster
Mann gestresst im Büro

Auslöser für chronische Entzündungen

  • Folge einer Überreaktion oder Fehlreaktion des Körpers
  • falsche Ernährung 
  • dauerhafter Stress
  • Schlafmangel
  • Mangelnde Bewegung
  • Autoimmunerkrankungen

Auslöser für stille Entzündungen

  • Bauchfett, Übergewicht, Adipositas
  • Falsche Ernährung
  • Dauerhafter Stress
  • schlechter Schlaf
  • mangelnde Bewegung
Mann mit Bauchfett und dickem Bauch

Besonders die durch Übergewicht produzierten Adipotine bergen ein großes Risiko. Sie werden vorwiegend im Bauchfett produziert und blockieren entzündungshemmende Stoffe und dadurch den Heilungsprozess. Mit Bauchfett ist nicht nur ein dicker, offensichtlicher Bierbauch gemeint. Auch schlanke Menschen können innenliegendes, von außen nicht erkennbares Bauchfett haben, das hier zum Risikofaktor wird.

Anzeichen und Symptome einer stillen Entzündung

Die Anfangssymptome stiller Entzündungen sind unspezifisch und deswegen schwierig zu diagnostizieren. Sie reichen von Antriebslosigkeit, Tagesmüdigkeit, fehlendem Appetit, Gelenk- und Muskelschmerzen, Kraftverlust, Muskelschwäche bis hin zu depressiver Stimmung und schlechtem Schlaf. Diese Symptome können viele unterschiedliche Auslöser haben und häufig werden die Ursachen in ganz anderen Bereichen wie zum Beispiel Nahrungsunverträglichkeiten gesucht. Das kann einen Teufelskreis zur Folge haben: Durch schlechten Schlaf entstehen Entzündungen und diese führen wiederum zu schlechtem Schlaf…

Wie finde ich heraus, ob ich eine Stille Entzündung habe?

Ob du eine Stille Entzündung hast, kannst du mit Hilfe deines Arztes oder Therapeuten über eine Blutanalyse herausfinden, denn Faktoren im Blut geben wichtige Auskunft. Zu ihnen zählt u.a. der Marker hCRP (hochsensitives C-reaktives Protein), der Entzündungsgeschehen im Körper anzeigt und um ein vielfaches sensitiver ist, als der geläufige CRP-Wert. Der hCRP (manchmal auch hs-CRP) sollte einen Wert unter 1 haben. Zusätzlich gibt eine Fettsäurenanalye inklusive Omega 3 Index Aufschluss. Sie misst das Verhältnis von Omega 3 zu 6 und AA/EPA (Arachidonsäure zu Eicopentaensäure). Der Omega 3 Index sollte dabei zwischen 6-12 und das Verhältnis von Omega 6 zu Omega 3 bei 5-14 liegen. Der Wert 5 ist anzustreben. Bei AA/EPA sollte das Ergebnis unter 4 bleiben.

Was hilft bei einer Stillen Entzündung?

Nehmen wir an, das Ergebnis der Blutuntersuchung zeigt ein aktives stilles Entzündungsgeschehen, also eine Silent Inflammation. Was kannst du nun tun? 

In den meisten Fällen führte der Lebensstil zu diesem Zustand. Das bedeutet, dass der Lebensstil auch heraus führen kann. Das kannst du selbst tun: Ernährung, Bewegung und Stress-Management. Darüber hinaus gibt es natürlich medizinische und therapeutische Maßnahmen, die je nach Schwere der Entzündung zum Einsatz kommen sollten.

Was kannst du gegen eine Entzündung tun?

Ernährung bei Entzündungen

Es gibt Lebensmittel, die Entzündungen hemmen und Lebensmittel, die Entzündungen fördern. Grundsätzlich gilt: Je natürlicher deine Ernährung ist, desto entzündungshemmender sind ihre Auswirkungen.

Eine Ernährung mit vielen tierische Produkten wie Milch, Wurst oder Fleisch sowie Zusatzstoffen hingegen fördert Entzündungen. Auch Zucker und Alkohol fördern Entzündungsgeschehen deutlich.

Wir werden in einem weiteren Blogartikel auf die genaue Ernährung bei Entzündungen eingehen und dir konkrete Tipps dazu geben.

Das hilft noch bei Entzündungen

Erkenne die Reize, die deinen Körper in den Zustand gebracht haben. Ist es dauerhafter Stress oder schlechter Schlaf? Dann finde für dich Mechanismen, wie du den Stresspegel reduzieren kannst. Neue Routinen können die helfen, aus dem Teufelskreis auszubrechen. Auch Atemübungen helfen, Ruhe in den Alltag zu bringen.

Je nach Auslöser der Entzündung kann moderate Bewegung deinem Körper helfen und ihn unterstützen. Durch die An- und Entspannung der Muskulatur, die sogenannte Muskelpumpe, werden die Lymphgefäße aktiviert. Diese wiederum transportieren die meisten Immunzellen und entsorgen viele Abfallstoffe. 

Warum wir alle mit Entzündungen leben

Der moderne westliche Lebensstil ist, evolutionär gesehen, vollkommen unnatürlich. Unsere Lebensweise hat sich schneller entwickelt, als unser Körper seine Prozesse anpassen konnte. Er steckt noch in der Steinzeit, als natürliche Lebensmittel, unregelmäßige Mahlzeiten und viel Bewegung normal waren. 

Das führt zu einem Dilemma und wir könnten die Verantwortung der Lebensmittelindustrie und dem Gesundheits- bzw. Krankensystem zuschieben. Fertigprodukte, billige Fette, Spritzmittel, Dünger, schnell wachsende Gemüsesorten zulasten des Vitamingehalts, zugesetzter Zucker und Geschmacksverstärker – all das kennt der Körper eines Steinzeitmenschen nicht, denn damals ging es nicht um industrielle Gewinnmaximierung. 

Das heutige Gesundheitssystem verdient durch Behandlungen und Medikamente Geld. Krankheit führt zu höheren Gewinnen als Gesundheit. All diese Faktoren, gepaart mit unserer natürlichen Bequemlichkeit, sind nicht förderlich und lassen nur einen Schluss zu: In einer Gesellschaft, die kontraproduktiv tickt, ist es umso wichtiger, dass du selbst Verantwortung übernimmst für deinen Körper.

Du bist der entscheidende Faktor!

Akute Entzündungen gehören zum Leben dazu und lassen sich bei einem aktiven Lebensstil kaum vermeiden. Gegen chronische und stille Entzündungen kannst du etwas tun, denn du bist der entscheidende Faktor. Du hast gesehen, welche Erfolge es geben kann, wenn du selbst die Verantwortung übernimmst!

Letztendlich ist es deine Entscheidung. Dein Körper wird dich bis an dein Lebensende begleiten, du hast gar keine andere Wahl. Fängst du an, auf ihn zu hören? Haben die anderen Schuld, oder übernimmst du selbst die Verantwortung für deine Gesundheit? Manche Faktoren können wir nicht beeinflussen. Darum ist es umso wichtiger, die Dinge, die wir ändern können, anzupacken.

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.“

Hermann Hesse

Also fang jetzt an und mache den ersten Schritt raus aus der Entzündung und hin zu deiner Gesundheit. Beginne mit kleinen Dingen: Regelmäßig bewegen. Frische Lebensmittel zubereiten und Rohkost einbauen. Probiere intermittierendes Fasten aus (Infos dazu findest du hier in unserem YouTube Video). Schreibe auf, was und wie viel du isst und wie du dich danach fühlst. Höre in dich hinein! Beschäftige Dich aktiv mit deinem Essen. Mache dein Essen zu deiner Ernährung! 

Wenn du gerne liest, kann ich dir das Buch Superlife von Darin Olien ans Herz legen. Es ist ein sehr guter Einstieg, um selbst ins Tun zu kommen.

Du kannst dich außerdem von Food Guy unterstützen lassen und jetzt dein kostenloses Erstgespräch buchen. Wir finden deine Stellschrauben und helfen dir Schritt für Schritt dein Entzündungsrisiko zu minimieren und deine Ernährung zu optimieren. 

Werde gesund und mach dich fit!

Dein Food Guy Marcel

Marcel Pleeß

Marcel Pleeß

Marcel hat seit Jahren mit Patienten, Kuren, Ernährung und Gesundheit zu tun. Immer wieder musste er feststellen, dass Menschen nicht an ihrem Willen, sondern an der Umsetzung scheitern.

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